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Gedicht der Woche: Auf dich warten

Wir erleben aktuell eine neue Dimension von Warten. Alle befinden wir uns in derselben Situation: unser gegenwärtiges Leben ist geprägt von einer Virus-Pandemie und deren einschneidenden Auswirkungen. Wir sind gezwungen, in sogenannter „sozialer Distanzierung“ zu leben.

Heinz Kahlau
Auf dich warten

Auf dich warten, heißt:
Ruhig-sein üben.

Auf dich warten, heißt:
Ängste zerdenken.

Heißt:
dich und die Ungeduld lieben.
Auf dich warten, heißt:
ganz in das Warten versenken.

 

Ich beobachte ein kollektives Gefühl des Wartens: im wahrsten Sinn des Wortes stecken wir fest in Raum und Zeit. Unerträglich langsam fühlen wir die Tage vergehen. Allerorten breitet Sehnsucht sich aus. Ungeduld auch. Aus Warten wird Abwarten, wird Erwarten. Aus Warten wird Harren der Dinge, deren Kommen wir wenig beeinflussen können.

Ich glaube, in diesem Aus-harren liegt eine Chance. Es bietet die Möglichkeit des Augenblicks: ich bin hier, ich bleibe hier und ich schaue. Es ist eine Probe für uns, geduldig zu sein. Nicht nur mit den Umständen, vielmehr vor allem mit uns selbst.

 

Quelle:

Ich habe das Gedicht dem Hochzeitsalbum meiner Eltern entnommen. Leider ohne Quellenangabe. Trotz ausgiebiger Recherche konnte ich nicht herausfinden, wann das Gedicht von Heinz Kahlau geschrieben noch wo es veröffentlicht wurde. Für diesbezügliche Hinweise bin ich sehr dankbar.

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1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort

  • Perfekter könnte man es nicht beschreiben. Es hat schon immer Zeiten in unserer Geschichte gegeben, in denen das Warten eine große Rolle gespielt hat. Ich danke dir, liebe Katja für diese Inspiration. Liebst, deine Bella

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