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Rückblick ist wie Ausblick – Mein Monatsrückblick mal 7

Rückblick ist wie Ausblick, nur durch Milchglasfenster.

Irgendwann hatte ich aufgehört, meine Monatsrückblicke zu veröffentlichen. Doch sie fehlen hier, mir wie meinen Lesern. Aus diesem Grund kommt heute mein Monatsrückblick mal sieben.
Sieben Monate 2020. Sieben Mal zurückblicken und dokumentieren.

Rückblick ist wie Ausblick, übertrieben scharf manchmal, doch meistens dankbar verschwommen.

Januar – Hallo 2020

Alles will ich.
Von außen nach drinnen schauen. Öfter als man denkt ist schon dort der Lack ab. Was einleuchtet. Drinnen ist immer Spielwiese aller Eindrücke. Und Versuchslabor aller Ausdrücke.
Spielen, versuchen, spielen, versuchen.
Ist das Spielen eine Versuchung? Oder doch die Versuchung ein Spiel?

Liebes 2020, öffne meinen Blick! Lass‘ mich scheinen, bis ich den Mut habe, meinem eigenen Leuchten zu vertrauen!

Februar – Herzenswege

Gewillt, ganz im Leben zu sein: zu entscheiden statt zu hadern, aufs Herz zu hören statt ihm die Laufrichtung vorzugeben.
Das Schicksal ist manchmal ein Miesepeter. Influenza A auch. Vier Wochen Knock out statt Tanzen auf Herzenswegen.

März – Neubeginn

Auf den persönlichen Shut down folgt der kollektive Lockdown. Nicht ohne Angstmache, Fehlinformationen und Verschwörungsgelaber von selbsternannten Weltverstehern.
Dazwischen hoffnungsvolle Schimmer Menschlichkeit: Zusammenhalt auf Abstand und Menschen, die mir den Arsch retten.

Liebe praktiziert man jetzt auf Distanz und mit Mundschutz. Körperliche Nähe wird eingehender, skeptischer Betrachtung unter dem Aspekt der Notwendigkeit unterzogen. Unverzüglich entwickelt die Spezies Mensch neue Begrüßungsrituale mit Ellbogen und Füßen – Stichwort Corona-Gruß. Nicht mal Mr. Spock klaut dir jetzt die Show.

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Alles so schön smooth da wir uns nun staatlich verordnet in den heimischen vier Wänden verbarrikadieren dürfen. Home office und home schooling sind die neuen Trigger-Wörter für ohnehin am Limit malochende Eltern. Bananenbrote werden auf Vorrat gebacken, Gin o’clock ist bereits ab den frühen Nachmittagsstunden salonfähig. Hier kommt niemand ohne Übergewicht und Fettleber raus!

April – Erwachen

Sozial distanziert.
Ungewiss.
Verängstigt.
Ziellos.
Social distancing. Rezeptfrei verordnet. Risiken und Nebenwirkungen unbekannt.
Ostern.
Hoffnung.
Versöhnung.
Lichtblicke im Kleingarten. Frühlingserwachen.

Und dann endlich:

„Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist ausschließlich alleine oder in Begleitung der Partnerin oder des Partners beziehungsweise mit Angehörigen des eigenen Hausstandes oder mit einer weiteren nicht im Hausstand lebenden Person (…) gestattet.“

(§2 Kontaktbeschränkung aus der Sächsischen Corona-Verordnung vom 20.04.2020)

Mai – Sehnsucht nach Licht

Raus, raus, raus! Ich habe Sehnsucht nach Wolken, Licht und Sonnenwärme. Draußen und unterwegs laufe ich schneller als sämtliche Corona-Dämonen bis drei zählen können. Ich will alles nehmen, was kommt und wie es kommt. Gelegenheit macht Übermut.

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Wir dürfen wieder:
küssen ohne zwei Armlängen Abstand voneinander zu halten,
lieben ohne in Schutzhüllen gekleidete Angstgedanken zu haben.
Draußen Sport machen ist auch wieder erlaubt. Jedoch: Erleichterung allerorten verbreitet sich weniger rasant als erwartet. Mein Mut-Level steigt und fällt, steigt und fällt…

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Die Hoffnung temporär eingetauscht in Glücksduselei – die Währung, mit der man sein gutes Karma bezahlt. Oder den Postboten, der die 39 Pakete umfassende Sommer-Klamottenbestellung gut gelaunt auf den Treppenabsatz stapelt. Reales Shopping setzt den inflationären Gebrauch von Desinfektionsmitteln sowie das Tragen einer Nase-Mund-Bedeckung voraus. UND zwingend die Kenntnis der Regeln des Einbahn-Straßenverkehrs in der Mall.

Juni – Alltagswunder

Das größte, an ein Wunder grenzende Ereignis des Monats: ich darf meine Tanz- und Fitnesskurse wieder im Studio abhalten. Die Auflagen sind streng und auch nervig. Doch nichts kann meine Freude darüber trüben, meine zett STYLE-Crew wieder live um mich zu haben. Niemand hat gekündigt wegen Corona. Niemand hat seine Zahlungen eingestellt. Alle haben mich unterstützt. Die Rückmeldungen für meine Workout-Videos waren überwältigend gut. Ich bin gesegnet mit den besten TeilnehmerInnen.

Juli – Nabelschau

Der Sommer sowie die Beschäftigung mit dem eigenen Werden und Sein ist in vollem Gange. Corona hat manches über den Haufen geworfen. Vielmehr: ich werfe über Bord, was mich länger schon nicht mehr erfüllt. Minimalismus im Außen ist dabei nicht die Schwierigkeit. Die wahre Herausforderung liegt im Abwerfen mentalen Ballasts.

Motto des Monats: Entschleunigte Glückseligkeit.

 

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Wie gesagt: Rückblick ist Ausblick. Ich halte mich an den motivatorischen Dauerbrennerspruch auf meiner Bürokaffeetasse: Keep calm and drink coffee.

Cheers!

Deine frau zett

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